Liturgie als Anbetung und Verherrlichung Gottes



Sehr am Herzen liegt mir ein liebender Umgang mit der Liturgie als Anbetung und Verherrlichung Gottes und dadurch gleichzeitig als Geschehen des Heils an den Menschen.
Für das, was als Erneuerung der Liturgie unter Pius X. begonnen, unter Pius XII. verstärkt fortgesetzt und aufgrund der Entscheidungen des 2. Vatikanischen Konzils in breitem Umfang verwirklicht wurde, habe ich mich seit meiner Studienzeit in Wort und Schrift eingesetzt und tue es aus tiefster Überzeugung bis heute.
Ich halte es für notwendig, dass Seelsorger und wache Christen sich engagiert um eine vertiefte Kenntnis, Bewusstmachung und Rezeption (Annahme) der liturgischen Erneuerung bemühen. Die Grundsätze der Liturgiekonstitution des Konzils müssen noch weit mehr als bisher Kopf und Herz der Gottesdienstteilnehmer erreichen.
Ein Beweis für weiter bestehenden Bedarf in dieser Hinsicht ist allein schon die Tatsache, dass diese Teilnehmer landauf, landab noch immer als bloße "Gottesdienstbesucher" bezeichnet werden – und dass dies in manchen Gemeinden weitgehend auch dem tatsächlichen Zustand entspricht.

Als wichtige Gegenstände weiterer Bemühung um Erneuerung erscheinen mir etwa:

• Die deutliche Unterscheidung zwischen dem Sitz des Zelebranten, von dem aus Bischof oder Priester – bei der Tagzeitenliturgie (Stundengebet) und anderen nichteucharistischen Feiern auch der Diakon – als Vorsteher die Feier zu leiten haben; dem Ambo als Ort der Verkündigung des Wortes Gottes; und dem Altar, an dem sich bei der Eucharistiefeier Gabenbereitung, Hochgebet und Kommunionfeier vollziehen.
• Die Gebetspause vor dem Tagesgebet.
• Die Praxis des Antwortpsalmes.
• Die Gabenprozession mit Brot, Wein und der fertig eingesammelten Kollekte.
• Der Gebrauch von Hostien, die wie Brot aussehen ("Brothostien"), und einer großen Hostie, die diese Bezeichnung tatsächlich verdient - so dass der Zelebrant "das Brot wirklich in mehrere Teile brechen kann, die er wenigstens einigen Gläubigen reicht" (Römisches Messbuch, Allgemeine Einführung, Nr. 283; lateinische Neuausgabe 2002: Grundordnung, Nr. 321).
• Eine offenherzige Praxis der Kommunion unter beiden Gestalten als der Form, die Jesus und die Apostel praktiziert haben – und die daher so sehr falsch nicht sein kann.
• Ernsthaftes Bemühen um Einbeziehung möglichst vieler Gemeindemitglieder bei Schwerpunkten der Tagzeitenliturgie.
Wer in dieser, m. E. authentischen Weise Theologie betreiben und Liturgie feiern will, ist mir als Weggefährte oder -gefährtin herzlich willkommen.